Sommerzeit ist Heuschreckenzeit!

Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus)
Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus)
Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula)
 

Wenn die Grillen mit ihren Konzerten aufgehört haben, ist die Zeit der Heuschrecken angebrochen. Ab dem Hochsommer dürfen wir den Gesängen der vielen männlichen Heuschrecken zuhören.

Aber warum singen die Heuschrecken nicht zur selben Zeit wie die Grillen?

Der Grund ist, dass die Heuschrecken die unvollständige Metamorphose (Hemimetabolie) erst im Frühjahr durchleben. Die flügellosen Larven schlüpfen, nach der Ruhephase im Winter, aus den Eiern. Die Larven häuten sich dann fünf Mal und werden dem fertigen Insekt immer ähnlicher. Nach der dritten Häutung erscheinen die Flügelanlagen.
Die Grillen dagegen überwintern schon im Larvenstadium und sind somit in der Entwicklung schon weiter und können früher zirpen.

Die Heuschrecken kann man in zwei leicht erkennbare Gruppen unterteilen.

  1. Die Langfühlerschrecken (Ensifera): Bei ihnen sind die Fühler mehr als Körperlang und sie erzeugen ihren Gesang mit den Flügeln
    Ihre Gehörorgane sitzen auf den Schienen der Vorderbeine
  2. Die Kurzfühlerschrecken (Caelifera): Bei ihnen sind die Fühler weniger als körperlang und sie erzeugen ihren Gesang mit ihren Hinterbeinschenkel der über die Flügel gerieben wird.
    Ihre Ohren liegen am Hinterleib.

Wie auch die Grillen erzeugen die männlichen Heuschrecken ihre Gesänge um Weibchen anzulocken, Rivalen zu vertreiben und ihr Territorium abzugrenzen. So zirpt, scharrt oder singt auch jede Art unterschiedlich.

Übrigens singen sie nur im Sommer, da sie die Wärme lieben und gerne in der prallen Sonne sitzen. Es gibt Heuschrecken die nur tagsüber und manche die bis in die Nacht singen.

Heuschrecken ernähren sich vor allem von Gräsern, aber auf ihren Speisplänen stehen auch süße Früchte, Blüten, Nektar und sogar Aas und andere Insekten.

Heuschrecken leben in ganz Österreich auf den verschiedensten Lebensräumen und dienen oftmals auch als Bioindikatoren.

Mehr Infos: www.bluehendesoesterreich.at