Ólmod

im Naturpark Geschriebenstein Írottkő

Durch die Ausgrabungen an einer schon früher eingetragenen Fundstelle neben dem Dorf im Jahre 1985 wurden zwei Eisenwerkstätten freigelegt, die ähnlich zu den in der Nähe von Vasvár freigelegten Funden sind. Daneben fand man auch die Unterbauten der Holzhäuser der Arbeitsleute, und einige Graben, die Zunderpilze enthielten. Die darum gefundenen Scherben weisen auf die aktive Zeit der Werkstätten hin – wahrscheinlich im 11-12. Jh. Das Dorf wurde in einer Urkunde von 1397 als Pleigrob erwähnt. Nach einigen Meinungen war aber der ursprüngliche Name Bajka – die erste schriftliche Erwähnung darüber stammt aus 1225. Anderen geben an, dass sich die Siedlung aus einer Meierei mit dem Namen Vigna Potoka formte, welcher Name in derselben Urkunde der Zisterzienser von Borsmonostor zu lesen ist. Später wurde es Teil der Domänen um die Burg von Koszeg, und so war sein Schicksal mit dem der Burg verbunden. Im Jahre 1532, zur Zeit der türkischen Belagerung von Koszeg war die Siedlung auch von den Türken verwüstet. Kroatische und deutsche Ansiedler wurden hier anstatt der verschwundenen Bevölkerung angesiedelt.

Im Jahre 1695 wurde es vom Erzbischof György Széchényi verpfändet, und 50 Jahren später in 1747 geriet es in den Besitz von Pál Esterházy. Im Jahre 1850 lebten aber nur 8 Deutschen hier, neben den 224 Kroaten. Der größte Teil der Bevölkerung hält sich auch heute kroatisch. Das aufgrund des Friedensvertrages von Trianon im Jahre 1922 gegründete Komitee für die Ungarisch-Österreichische Grenze ordnete die Siedlung zu Österreich. Das Dorf, das sein Wollen, ungarisch zu bleiben, mehrmals erklärte, wurde im März des nächsten Jahres durch ein Abkommen, das der Austausch der Siedlungen Rendek (Liebing) und Rotfalva (Rattersdorf), sowie an der anderen Seite Ólmod und Szentpéterfalva bedeutete, wieder zu Ungarn zugeordnet. Ólmod wurde aber so durch die neue Grenze von Trianon von den anderen Siedlungen der Umgebung abgeschieden, und man konnte das Dorf nur an der Strasse nach Horvátzsidány erreichen. Bis 1950 gehörte es zum Komitat Sopron, seitdem aber zum Komitat Vas.

Die St. Martin katholische Kirche stammt aus dem Mittelalter, was auch ein romanisches Fenster, in der Mauer gefunden, beweist. Die Kirche wurde 1772 im Barockstil umgebaut, der Turm wurde aber nur im Jahre 1840 erhoben. Vor der Fassade des einschiffigen Gebäudes steht der vieleckige Turm mit Pyramidenhelm und zwei kleinen halbkreisförmigen Fenstern. Die Seiten des Vieleckes bedeuten auch die Mauer des Sanktuariums, zu dem auch eine Sakristei gehört. Das Schiff ist mit Tonnengewölbe bedeckt. Die Empore wurde im Jahre 1925 gebaut, hier wurde auch die Orgel, ein Geschenk der Nachbarsiedlung Borsmonostor angestellt. Auf dem Hauptaltar sieht man neben dem Bild vom Heiligen Martin, Holzskulpturen von Heiligen Petrus und Paulus, mit einer Dreifaltigkeits-Darstellung darüber. An der Schallwand der Kanzel steht ein Engel, mit dem Dekalog in seinen Händen. Die Malerei an der Brustwehr stammt aus dem 18. Jh. Die kroatische ethnographische Ausstellung „Stämme“ kann man nach vorheriger Anmeldung besuchen.

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